Wanderversammlung Der am 25. Februar 1815 in Grünthal/Regensburg geborene Andreas Schmid, kam schon als Knabe und Ministrant im Pfarrgarten in Irlbach bei Regensburg in die „Imkerlehre".1837 erhielt er die 2. Lehrerstelle am Schullehrer-Seminar in Eichstätt. Da zu dieser Zeit in Bayern die Bienenzucht Pflichtfach an den Seminaren war, betreute Schmid den Bienenstand und gab den entsprechenden Unterricht. So mußte er sich in Theorie und Praxis weiterbilden und brachte den Bienenstand auf 100 Völker. Zusammen mit Dr. Carl Barth, königlich bayrischer Bezirksgerichtsarzt gründete er 1845 die „Eichstatter Bienenzeitung". Als Schriftleiter dieser Zeitung sorgte Schmid für einen guten und lang anhaltenden Ruf, so daß Pfarrer Dzierzon und Bienenbaron von Berlepsch Beiträge veröffentlichten. Aus dieser ging die „Nördlinger Bienenzeitung" hervor, nachdem die Beck'sche Buchhandlung 1849 den Verlag und Vertrieb übernahm.Wie alles begann Die Gründung der Wanderversammlung 1850 in Arnstadt/Thüringen war durch eine Anregung des sächsischen Augenarztes Dr. Jähne 1848 in der „Eichstatter Bienenzeitung" möglich geworden und fand die volle Unterstützung durch Andreas Schmid und Pfarrer Dzierzon. Die Tradition der Wanderversammlung der deutschsprachigen Imker begann am 10. und 11. Sept. 1850 in Arnstadt in der Gaststätte Concordia. 68 Imker waren aus den einzelnen Herzogtümern Deutschlands zur Gründung dieser Wanderversammlung erschienen. Die industrielle Revolution brachte im 19. Jahrhundert nicht nur riesige Veränderungen im industriellen Bereich sondern hatte auch weit reichende Einflüsse auf die Landwirtschaft. Ebenfalls in diese Zeit fallen deutlich wahrnehmbare Erneuerungs- und Veränderungsbestrebungen in der Imkerei. Man denke nur an die aufkommende Magazin-Imkerei mit beweglichem Wabenbau, Einsatz der Honigschleuder und dergleichen. Die an verschiedenen Orten schon bestehenden Imkervereine suchten nach einer Möglichkeit des Austauschs von Informationen, der Weiterbildung und es wurden schon Rufe nach einer "Dachorganisation" laut. 1850 lud dann Andreas Schmidt, Lehrer und Herausgeber der "Nördlinger Bienenzeitung", zur ersten Wanderversammlung ein. Die „Nördlinger Bienenzeitung" wurde zum Organ der Wanderversammlung bestimmt und wurde so zum Forum der Bienenzucht weit über Europa hinaus. Diese Versammlungen fanden damals sehr großen Anklang, und Redner und Bienenwissenschaftler, aber auch Züchter und andere Praktiker, traten bei den Versammlungen auf. Die gehaltenen Vorträge wurden über zahlreiche Bienenzeitungen publiziert und verhalfen der Imkerei zu einer deutlichen Niveausteigerung. Im Laufe der Jahre weiteten sich die "Wanderversammlungen" über den gesamten deutschsprachigen Raum aus, so auch in Elsaß-Lothringen, der Schweiz, Österreich, Südtirol. Während der Versammlungen wurde jeweils ein sog. "Wanderverein" ins Leben gerufen, der nur für die Zeit der Veranstaltung bestand. So gesehen, ist die "Wanderversammlung" eine der Wurzeln, aus denen dann (1907) der Deutsche Imkerbund entstand. 1857 wurde Andreas Schmid auf der Wanderversammlung in Dresden zum ständigen und geschäftsführenden 2.Vizepräsidenten gewählt. Von den 25 zwischen 1850 und 1880 abgehaltenen Wanderversammlungen konnte er nur drei wegen Krankheit nicht besuchen, bereitete aber alle 25 in entscheidenderweise vor. 1867 wurde Andreas Schmid durch König Ludwig II von Bayern , zum Präfekten und I.Lehrer des Seminars in Eichstätt bestellt. Für seine Verdienste um die Wanderversammlungen deutschsprachiger Imker wurden ihm auch aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der „Bienenzeitung" bei der Wanderversammlung 1869 in Nürnberg hohe und zahlreiche Ehrungen zuteil. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fanden diese Treffen (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nahezu jährlich im ganzen deutschsprachigen Raum in verschiedenen Ländern statt. Die Versammlung heute Von 1937 bis 1985 gerieten die Wanderversammlungen beinahe in Vergessenheit. Auf Initiative des deutschen Imker-Philatelisten Karl Schottenhammer aus dem bayerischen Regensburg wurden diese Treffen nach knapp 50 Jahren wieder angeregt und finden nun in regelmäßigen Intervallen (ebenfalls in verschiedenen Ländern) wieder statt. Diese
Imkertreffen sind natürlich ein schöner Anlass Sonder- & Werbestempel einzusetzen, was
erstmalig im Jahre 1985 in Österreich geschah. Unsere Bitte an alle Leser: wir
würden uns sehr freuen wenn uns jemand bessere Abdrücke der Stempel von
Arnstadt, Meran und Krems zukommen lassen könnte. Vielen Dank.
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