Das Pochwerk Kendlbruck


In der Freiung Ramingstein wurde nachweislich ab 1443 südlich und nördlich der Mur nach silberhältigem Bleiglanz geschürft. Über einen Zeitraum von 350 Jahren stellte der örtliche Silberbergbau eine wichtige Einnahmequelle der Erzbischöflichen Hofkammer im Herzogthume Salzburg dar. 


Historisches Pochwerk (Agricola)

Eine wichtige Anlage im Zuge der Erzverhüttung war das sogenannte „Pochwerk“. Zur Blüte des Bergbaues im 16. Jhdt. gab es in Ramingstein vier derartige Werksgebäude.

Das vorher geröstete Silbererz wurde in diesen Anlagen gepocht (zerkleinert) bis auf Haselnussgröße oder sogar noch feiner. Bei der anschließenden Erzwäsche konnte dann silberhältiges vom tauben Gestein getrennt werden. Nach mehreren aufwendigen Schmelzprozessen in zwei verschiedenen Schmelzöfen gelang die Gewinnung von fast reinem Silber.

Die Ramingsteiner Pochwerke und die Erzbischöfliche Schmelzhütte standen bis 1782 in Betrieb.

Der Einsatz von Pochwerken im heimischen Eisenbergbau erfolgte später als im Silberbergbau. Die Zerkleinerung der Eisenerze, die beim Rösten Klumpen gebildet hatten, erfolgte lange Zeit händisch mit sogenannten „Scheidefäusteln“. 

Ein böhmischer Silberbergwerksverwalter regte bei einem Besuch in Turrach im Jahr 1736 „Die Errichtung eines Puchwerkes mit Wasserrad und 4 Stampfen“ an. Durch die Inbetriebnahme des Pochwerkes konnte Personal eingespart werden. 


Das "neue" Pochwerk in Kendlbruck

 

Im Jahre 2001 wurde in Kendlbruck ein Pochwerk originalgetreu nachgebaut.

Es ist voll funktionsfähig und wird regelmäßig im Zuge von Führungen in Bewegung gesetzt.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ramingstein


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